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Prostatakrebs: Symptome, Diagnose & Behandlung

Prostatakrebs

Das Prostatakarzinom (Prostatakrebs) ist die zweithäufigste Krebserkrankung bei Männern weltweit. Allein in Deutschland gibt es jährlich 70.000 Neuerkrankungen und mehr als 12.000 Männer sterben an den Folgen des Prostatakarzinoms, dem bösartigen Tumor der Vorsteherdrüse.

Das Thema auf den Punkt gebracht

  • Allgemein: Das Prostatakarzinom breitet sich in Form eines bösartigen Tumors zunächst innerhalb der Prostata aus. Die meisten Tumore entstehen in der äußeren Fläche der Prostata und sind dort tastbar.
  • Wichtig: Früherkennung rettet Leben.  
  • Hinweis: Das durchschnittliche Erkrankungsalter bei Prostatakrebs liegt bei 70 Jahren. Somit haben ältere Menschen ein erhöhtes Risiko einen Tumor in der Prostata zu entwickeln.

Wie entsteht ein Prostatakarzinom?

Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist eine ungefähr vier Zentimeter große Drüse im männlichen Unterleib. Sie gehört zu den Fortpflanzungsorganen des Mannes und beteiligt sich am Hormonstoffwechsel im Körper.  Die Prostata sitzt unterhalb der Harnblase und oberhalb des Beckenbodens. Wie ein Ring umschließt sie dabei die Harnröhre. Da sie vor dem Mastdarm (Rektum) sitzt, ist sie über diesen gut ertastbar.

Das Prostatakarzinom breitet sich in Form eines bösartigen Tumors zunächst innerhalb der Prostata aus. Die meisten Tumore entstehen in der äußeren Fläche der Prostata und sind dort tastbar. Sie können aber auch nicht tastbar sein: Das ist besonders häufig der Fall, wenn der Tumor im Frühstadium ist. Auch Tumore innerhalb der Prostata sind schwer zu ertasten.

Prostatakrebs: Was sind die Symptome?

Wie merke ich, dass ich Prostatakrebs habe? Wer sich diese Frage stellt, sollte sich zunächst von einem Facharzt beraten lassen – Denn deutliche Symptome gibt es im frühen Stadium des Prostatakarzinoms keine. Das liegt daran, dass der Prostatakrebs langsam wächst und selbst beim Wachsen bis in die benachbarten Gewebe keine typischen Symptome zeigt. Zu den möglichen Symptomen, die typischerweise nicht mit Prostatakrebs in Verbindung gebracht werden, gehört:

  • Erhöhter Harndrang
  • Schmerzen im Beckenbereich (Besonders am Enddarm)
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Müdigkeit, Schwäche, Lustlosigkeit (beim fortgeschrittenen Prostatakrebs)
  • Blut im Urin (Hämaturie)
  • Blut im Sperma
  • Erektile Dysfunktion

Wie wird ein Prostatakarzinom diagnostiziert?

Auch wenn die Symptome von Prostatakrebs im frühen Stadium kaum erkennbar sind, gilt dennoch: Desto früher ein Prostatakarzinom entdeckt wird, umso besser ist dieser behandelbar. Aus diesem Grund ist es wichtig für Männer ab dem 45. Lebensalter regelmäßig zur Prostata-Vorsorgeuntersuchung zu gehen und den PSA-Wert sowie Abtastungen durchzugehen.

Wie diagnostiziert der Facharzt, ob es sich dabei um einen guten oder bösen Tumor handelt? Dazu gibt es verschiedene Diagnoseverfahren:

Transrektaler Ultraschall (TRUS)

Nachdem die Abtastung der Prostata erfolgte, ist die häufigste Diagnosemethode von Fachärzten der transrektale Ultraschall. Mithilfe einer Ultraschallsonde wird die Größe, die Ausbreitung und die Position des Geschwulst direkt bestimmt. Der Facharzt führt die Sonde zunächst durch den After und Enddarm, um die Prostata und die umliegenden Gewebe sichtbar zu machen. Diese Untersuchung ist nicht schmerzhaft und kann auch in seltenen Fällen unter Narkose durchgeführt werden.

Transrektaler Ultraschall

Multiparametrische MRT-Untersuchung der Prostata (mpMRT)

Diese Diagnosemethode ist hochmodern und zeigt sehr genaue Ergebnisse zur Beurteilung des Prostatakarzinoms. Bei der multiparametrische Magnetresonanztomographie (mpMRT) der Prostata werden anders als bei der Computertomographie zur Erzeugung der Bilder keine Röntgenstrahlen, sondern starke Magnetfelder eingesetzt. Dieses Diagnoseverfahren wird auch Kernspin-MRT genannt.

Biopsie (Gewebeentnahme)

Um genau zu bestimmen, ob es sich um einen bösartigen oder gutartigen Tumor handelt, wird die Gewebeentnahme untersucht. Bei dem Eingriff, wird nach einer örtlichen Betäubung mit einer Nadel über den After das Prostatagewebe entnommen. Die Gewebeproben werden ins Labor zur Untersuchung geschickt und innerhalb weniger Tagen kann der Facharzt bestimmen, ob es sich tatsächlich um einen aggressiven Prostatakarzinom handelt.

Blutuntersuchung

Blutuntersuchungen können ergänzend zu den oben genannten Diagnosemethoden ein Hinweis auf mögliche Knochenmetastasen sein. Auch sind einige Elemente im Blut wie etwa Biomarker aufschlussreich über das Stadium des Tumors.

Prostatakrebs: Behandlung

Die Behandlungsmöglichkeiten von Prostatakrebs hängen immer vom Stadium des Tumors und der medizinischen Historie des Patienten ab. Grundsätzlich gilt, dass Prostatakrebs im frühen Stadium fast immer vollständig heilbar ist. Im fortgeschrittenen Stadium kann das aber ganz anders aussehen, besonders, wenn der Tumor sich ausgebreitet hat (Metastasen). Wenn die Erkrankung diagnostiziert wurde entscheiden der Facharzt mit dem Patienten, welche Behandlungen in Frage kommen:

  • Entfernung der Prostata (Operation)
  • Strahlentherapie
  • Chemotherapie
  • Hormontherapie
  • Immuntherapie
  • HIFU-Therapie
  • Kältetherapie
  • Radionuklidtherapie

Oft werden unterschiedliche Behandlungsmethoden kombiniert wie etwa Strahlentherapie, Operation und Chemotherapie. Das hängt jedoch ganz vom Einzelfall ab.

Video von gesund Bund: Wie wird Krebs behandelt?

Früherkennung & Prävention eines Prostatakarzinoms

Die Risikofaktoren von Prostatakrebs sind das Alter und die genetischen Bedingungen. Das sind Faktoren die nicht beeinflusst werden können, von daher gibt es keine speziellen Präventionsmaßnahmen bei Prostatakrebs, außer: Früherkennung! Männer ab 45 Jahren dürfen in Deutschland das gesetzliche Früherkennungsangebot in Anspruch nehmen. Dazu gehören jährliche Abtastungen des Prostata-Bereiches vom Urologen. Diese sind schmerzlos und die erfolgreichste Präventionsmethode von allen. Natürlich sollte man wie auch bei anderen Krebsarten auf einen gesunden Lebensstil achten: Sport und gesunde Ernährung tun dem Körper gut und beugen Krankheiten im Alter vor. Ein starker Alkoholmissbrauch oder das Rauchen können die Entwicklung eines Tumors begünstigen.

Neben den Früherkennungsuntersuchungen können Personen bei Verdacht einen PSA-test durchführen lassen. Diesen muss man aus der eigenen Tasche zahlen (ca. 30-50€) jedoch sind die Ergebnisse meistens deutlich.

Was ist ein PSA-Wert?

Der PSA-Test ist ein Bluttest, der die Konzentration des Eiweißstoffes PSA (Prostataspezifische Antigen) im Blut bestimmt. Dieser Eiweißstoff wird lediglich in den Drüsen der Prostata gebildet und im Normalfall gelangt nur ein geringer Anteil von PSA ins Blut. Kommt es jedoch vor, dass sich ein Prostatakarzinom gebildet hat, so wird mehr PSA im Blut erkannt: Krebszellen bilden mehr PSA als gesunde Prostatazellen. 

Ab welchen Testergebnissen weitere Untersuchungen zustande kommen sollten, hat die Deutsche Fachgesellschaft festgelegt:

AlterNormbereich
40-49 Jahre< 1,4 ng/ml
50-59 Jahre< 2,0 ng/ml
60-69 Jahre< 3,1 ng/ml
70-79 Jahre< 4,1 ng/ml
> 70 Jahre< 4,4 ng/ml

Der PSA-Wert wird in Nanogramm pro Milliliter Blut angegeben. 

Wenn diese Werte überschritten werden, kann das ein Hinweis auf Prostatakrebs sein. Aber auch eine Vergrößerung der Prostata oder eine Prostataentzündung können Grund für einen erhöhten PSA-Wert sein. Nichtsdestotrotz sollten weitere Untersuchungen nicht ausgeschlossen werden.

Prostatakrebs im Alter 

Das durchschnittliche Erkrankungsalter bei Prostatakrebs liegt bei 70 Jahren. Somit haben ältere Menschen ein erhöhtes Risiko einen Tumor in der Prostata zu entwickeln. Und gerade weil der Tumor langsam und heimlich wächst, tauchen die Beschwerden erst sehr spät auf und es wird schwerer, das Prostatakarzinom zu entfernen. Natürlich kommt eine Behandlung im Alter immer auf den Einzelfall an, jedoch muss der Facharzt Begleiterkrankungen und Behandlungswünsche des Patienten berücksichtigen. Das Fazit ist auch hier: Früherkennung rettet Leben. 

Rehabilitation und Nachsorge nach einer Prostatakarzinom-Entfernung

Die Entfernung eines Tumors kann nicht nur physisch sondern auch psychisch anstrengend für den Betroffenen sein. Doch nach der Behandlung ist die Nachsorge ein weiterer wichtiger Schritt für eine bessere Heilungschance des Patienten. Nachsorgeuntersuchungen haben zwei Ziele: 

Mögliche Folgen und Nebenwirkungen der Behandlung gezielt therapieren

Nach einer Prostataentfernung können bei manchen Männern Folgen oder Nebenwirkungen entstehen. Diese sind jedoch gut therapierbar und werden im Rehabilitationsplan mit in Betracht bezogen. Beispielsweise entsteht bei einigen Männern das Risiko einer Harninkontinenz. In der Nachsorge kann das mit Medikamenten und Inkontinenztraining gut behandelt werden.

Wiederbildungen eines Prostatakarzinoms vorbeugen

Auch wenn der Tumor entfernt wurde, ist eine erneuten Bildung des Prostatakarzinoms möglich. Von daher sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen wichtig, um den Zustand des Patienten sowie den PSA-Wert zu prüfen. Die Untersuchungen finden zunächst alle 2-3 Monate statt und später in größeren Abständen. Wird der PSA-Wert stabil, so werden keine weiteren Maßnahmen benötigt. Wenn der PSA-Wert jedoch steigt, müssen direkte Maßnahmen bestimmt werden, die eine Ausbreitung verhindern. Hier werden meistens Medikamente oder eine genau platzierte Bestrahlung genutzt.

Häufig gestellte Fragen zu Prostatakrebs

Gibt es einen Selbsttest für Prostatakrebs?

Neben dem PSA-Test können Sie sich folgende Fragen stellen und im Nachgang einen Facharzt aufsuchen, um weiteres abzuklären.
– Gibt es in ihrer Familie Fälle von Prostatakrebs?
– Haben Sie Schmerzen oder Probleme beim Wasserlassen, der Ejakulation oder generell im Beckenbereich?
– Haben sie Erektionsprobleme?
– Ist ihr allgemeiner körperlicher Zustand schlechter geworden?
– Ist Ihnen Blut im Urin oder Sperma aufgefallen? 

Hat man Schmerzen bei Prostatakrebs?

Im frühen Stadium gibt es kaum Anzeichen auf einen Prostatakarzinom. Da der Tumor nur langsam und heimlich wächst, treten Symptome wie etwa schmerzhaftes Ejakulieren oder Blut im Urin erst später auf. Männer ab 45. Jahren sollten die Früherkennungsangebote in Deutschland nutzen.

Wie lange kann man mit Prostatakrebs leben?

Im Anfangsstadium sind die Heilungschancen sehr gut. Entwickelt sich der Tumor in der Prostata und breitet sich auf naheliegendes Gewebe aus, so sind die Überlebenschancen niedrig. Dies kommt jedoch immer auf den Einzelfall an.

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