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Glaukom – der Grüne Star und das Ende des Sehnervs

Der Begriff „Glaukom“, allgemein besser bekannt als „Grüner Star“, ist eine Sammelbezeichnung für eine Reihe diverser Erkrankungen des Auges. Ein Glaukom zeichnet sich durch den Verlust von Nervenfasern aus, der bis zu einer Aushöhlung der Papille (Kopf des Sehnervs) führen kann.

Das Thema auf den Punkt gebracht:

  • Allgemein: Das Glaukom umfasst eine Reihe unterschiedlicher Augenkrankheiten und zeigt sich als Eintrübung der Regenbogenhaut (Iris) als Folge einer chronischen Entzündung des Auges.
  • Wichtig: Ist der Abfluss des Augenkammerwassers blockiert und steigt dadurch der Augeninnendruck, wird der Sehnerv mangelhaft durchblutet und kann dadurch beschädigt werden, schlimmstenfalls absterben.
  • Hinweis: Nur weil das Risiko eines Glaukoms im Alter deutlich steigt, können durchaus auch junge Menschen davon betroffen sein.

Herkunft der Begriffsbezeichnung

Woher die Bezeichnung „grün“ kommt, ist nicht zu 100 % überliefert. Es gibt jedoch historisch gesehen verschiedenste Beschreibungen von Krankheiten des Auges, die vermuten lassen, dass der Name die grünlichen Eintrübungen beschreibt, die die Augen mancher Patienten aufweisen. So beschrieb der schlesische Arzt Johann Caspar Sommer in seiner Übersetzung der medizinischen Abhandlung von Michel von Brisseau einen „Saft, der in Grün verwandelt sei“. Aufgrund der Verwechslungsgefahr mit dem „Grauen Star“ hat sich in der Medizin der Terminus „Glaukom“ durchgesetzt. Der Ursprung dieser Bezeichnung kommt aus dem Griechischen und kann mit den Worten „glänzend“, „hell“ oder „leuchtend“ übersetzt werden.

Ursache der Entstehung eines Glaukoms

Dieser Terminus beschreibt das Aussehen recht treffend, denn ein typisches Anzeichen ist die blaugraue Eintrübung der Regenbogenhaut (Iris), die infolge einer chronischen Entzündung des Auges auftritt. Ursache für die Entstehung ist ein gestörter Abfluss des Augenkammerwassers, was in der Folge zu einem erhöhten Augeninnendruck führt. Der Sehnerv wird dadurch unzureichend durchblutet und nachhaltig beschädigt. Im schlimmsten Fall stirbt er ab und völlige Blindheit droht.

Arten des Grünen Stars




Unterschied zwischen einem Offenwinkelglaukom und einem Winkelblockglaukom

Glaukom ist nicht gleich Glaukom. Denn der Grüne Star kann sich zahlreichen Formen auftreten.

Primäres Offenwinkelglaukom

Hierbei handelt es sich um die häufigste Form des Glaukoms. Mangels Schmerzen merken viele Betroffene erst relativ spät erste Symptome. Diese zeigen sich in zunehmenden Gesichtsfeldausfällen bogenförmig von außen her („Bjerrum-Skotom“), die sich zum Tunnelblick ausprägen (Peripherie wird nicht mehr so gut wahrgenommen).

  • Sekundäres Offenwinkelglaukom und PEX-Glaukom

Ein sekundäres Offenwinkelglaukom wird durch andere (Augen-) Krankheiten hervorgerufen (dazu gehören: Diabetes Mellitus, Tumore im Auge, Verletzungen oder Entzündungen des Auges etc.).

Das PEX-Glaukom ist eine Unterform des sekundären Offenwinkelglaukoms. Auch hier liegt eine Störung im Abfluss des Kammerwassers vor. Diese ist bedingt durch fibrilläre Ablagerungen (feinfaserige, mikroskopisch kleine weißlich-flockige Ablagerungen) in diversen Strukturen des vorderen Auges, vor allem auf der Linse und der Iris. Diese Ablagerungen treten allerdings nicht nur im Auge, sondern auch in anderen Organen wie Herz, Leber oder Gehirn auf.

  • Kongenitales Glaukom

„Kongenital“ ist der Terminus für „angeborene Eigenschaften aufgrund von Erbanlagen“. Bereits im ersten Lebensjahr sind erste Anhaltspunkte für ein Vorliegen dieser seltenen Form zu erkennen. Ein angeborenes Glaukom ist zu erkennen an einem vergrößerten Augapfel bzw. einer vergrößerten Hornhaut („Kuh- oder Ochsenauge“) sowie einer Hornhauttrübung. Ferner leiden Betroffene an einer Lichtempfindlichkeit und tränenden Augen. Eine zeitige ärztliche Abklärung ist unerlässlich und ist der einzige Weg, den Erhalt der Sehkraft zu sichern.

  • Winkelblockglaukom

Charakteristisch ist in diesem Fall eine Veränderung des Kammerwinkels (zu enger Winkel), verbunden mit einer – verhältnismäßig – zu großen Linse. Diese Veränderungen sind in der Regel angeborene Fehlstellungen, können aber beispielsweise auch durch die Gabe von Medikamenten zur Pupillen-Erweiterung spontan entstehen (sog. „Glaukom-Anfall“). Drastische Druckanstiege von bis zu 70 mmHg sind dabei möglich und stellen einen medizinischen Notfall dar, der unbehandelt zu irreparablen Schäden am Sehnerv führt!

  • Normaldruckglaukom

Wie der Name bereits verrät, ist bei dieser Form kein erhöhter Augeninnendruck festzustellen. Betroffene leiden aber trotzdem an den typischen Symptomen. Die Ursachen sind noch nicht abschließend identifiziert, jedoch wird vermutet, dass es sich um eine Kombination aus Durchblutungsstörung und einem individuell zu hohen Augeninnendruck handelt.

Risikofaktoren für die Entstehung eines Glaukoms




Kann das Augenkammerwasser nicht abfließen, steigt der Augeninnendruck und beschädigt den Sehnerv

Der Haupt-Risikofaktor ist, wie bereits geschildert, ein erhöhter Augeninnendruck. Einen solchen kann man daran erkennen, dass sich der Augapfel verhärtet und das betroffene Auge gerötet erscheint. Die Hornhaut schwillt an, was in einem Schleier oder regenbogenartigen Ringen um Lichtquellen herum sichtbar wird. Ebenso sind eine reduzierte Sehschärfe sowie eine statische Pupille zu verzeichnen (verengt und vergrößert sich nicht mit wechselndem Lichteinfall).

Der normale Wert liegt bei 10 bis 21 mmHg (Quecksilbersäule). Darüber liegende Werte sind Anhaltspunkt für das Bestehen eines Glaukoms. Der Augeninnendruck unterliegt natürlicherweise Schwankungen, die sich im Tagesverlauf sowie mit dem Alter ändern und der Formerhaltung des Auges dienen. Ohne ihn würde das Auge in sich zusammenfallen.

Normalerweise bildet das Auge ausreichend Kammerwasser in der vorderen und hinteren Augenkammer und stellt so den optimalen Augeninnendruck sicher. Ist das Verhältnis von Wasserbildung und Wasserabfluss aus dem Gleichgewicht, dann staut sich das Kammerwasser und erhöht den Augeninnendruck in unnatürliche Höhen.

Zu den weiteren Risikofaktoren zählen:

• Starke Weit- oder Kurzsichtigkeit
• Vorerkrankungen wie z. B. Diabetes Mellitus
• Augenerkrankungen oder -verletzungen
• Medikamente
• Zu dünne Augen-Hornhaut
• Herz-Kreislauf-Erkrankungen
• Durchblutungsstörungen an Händen und Füßen
• Tinnitus und Migräne


Fazit zur Problematik des Grünen Stars

Das Risiko, Opfer eines Glaukoms zu werden, steigt mit vorschreitendem Alter signifikant. Die Risikofaktoren zeigen allerdings, dass der Grüne Star sich nicht nur auf alte Menschen beschränken muss. Glücklicherweise gibt es eine ganze Reihe an Möglichkeiten, ein Glaukom frühzeitig zu entdecken und auch solche zur Behandlung des Grünen Stars.

Häufig gestellte Fragen zum Grünen Star

Wie entsteht ein Glaukom?

Ursache für die Entstehung eines Glaukoms ist meist ein gestörter Abfluss des Augenkammerwassers, was in der Folge zu einem erhöhten Augeninnendruck führt. Der Sehnerv wird dadurch unzureichend durchblutet und nachhaltig beschädigt. Im schlimmsten Fall stirbt er ab und völlige Blindheit droht.

Welche Risikofaktoren können zu Grünem Star führen?

Der Hauptrisikofaktor ist ein erhöhter Augeninnendruck. Weitere Faktoren sind Vorerkrankungen, Augenverletzungen, eine sgtarke Weit-/Kurzsichtigkeit oder eine zu dünne Hornhaut im Auge.

Wer ist von einem Glaukom betroffen?

Nur weil das Risiko eines Glaukoms im Alter deutlich steigt, können durchaus auch junge Menschen davon betroffen sein.

1 Kommentar

  1. Pingback:Das Auge ᐅ Aufbau, Funktion und Reizübertragung

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