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Scheideninfektion: Die Vaginalflora aus dem Gleichgewicht

Scheideninfektion

70% aller Frauen sind regelmäßig von einer Scheideninfektion betroffen. Viele erfahren es erst nach einem Besuch beim Frauenarzt. Bei einer bakteriellen Scheideninfektion (Vaginose) kommt es zu einer verstärkten Besiedlung von Gardnerella-Bakterien in der Scheide. Diese Bakterien kommen typischerweise nur vereinzelt vor und ein Ungleichgewicht in der Scheidenflora kann zu einer krankhaften Veränderung des Scheidenmilieus führen. 

Das Thema auf den Punkt gebracht

  • Allgemein: Bei einer bakteriellen Scheideninfektion (Vaginose) kommt es zu einer verstärkten Besiedlung von Gardnerella-Bakterien in der Scheide. 
  • Wichtig: Das Scheidenmilieu hat typischerweise einen leichten Säuregehalt (pH), was die Organe vor Krankheiten schützt. Die Vagina wird in der Regel hauptsächlich von Milchsäurebakterien besiedelt. 
  • Hinweis: Je nach Wirkstoff, Anwendungsform, Dosierung und Stärke der Beschwerden kann eine Behandlung 1 bis 14 Tage dauern.

Bakterielle Vaginose: Was sind die Symptome?

Scheideninfektion

Eine Scheideninfektion macht sich meistens erst bei einem Frauenarztbesuch bemerkbar. Der Facharzt kann nach einem Abstrich erkennen, wie das Gleichgewicht des Scheidenmilieus ist. Frauen können allerdings den Scheidenausfluss regelmäßig prüfen. Ist der vaginale Ausfluss dünnflüssig und grau-weiß, kann es sich dabei um eine Infektion handeln. Gleichzeitig ändert sich der Geruch des Ausflusses: Dieser ist besonders nach dem Geschlechtsverkehr oder während der Menstruation auffällig.

Ursachen: Wie kommt es zu einer bakteriellen Infektion in der Scheide?

Das Scheidenmilieu hat typischerweise einen leichten Säuregehalt (pH), was die Organe vor Krankheiten schützt. Die Vagina wird in der Regel hauptsächlich von Milchsäurebakterien besiedelt. Wenn die Anzahl der Milchsäurebakterien also abnimmt, gerät die Vaginalflora aus dem Gleichgewicht. Durch die Vermehrung anderer Bakterien entsteht dann eine Scheideninfektion.

Zu den häufigsten Ursachen einer Scheideninfektion gehören:

  • Mangelnde Hygiene

Die richtige Hygiene ist besonders wichtig, um eine Vaginose vorzubeugen. Dabei sollte das Reinigen der Vagina regelmäßig geschehen, besonders nach sportlichen Aktivitäten oder an heißen Tagen. Allerdings kann andersrum eine übertriebene Intimhygiene die Scheidenflora stören. Die Faustregel lautet hier: Untenrum nur mit warmen Wasser waschen. Die Scheide reinigt sich von selbst.

  • Nach dem Geschlechtsverkehr nicht urinieren

Das Risiko für eine Vaginose steigt, wenn Frauen sexuell aktiv sind – gerade, wenn sie einen neuen Sexualpartner oder eine neue Sexualpartnerin haben oder diese oft wechseln. Deshalb gilt für Frauen nach dem Geschlechtsverkehr zu urinieren oder im Idealfall sich untenrum zu waschen.

  • Hormonelle Veränderungen

Auch hormonelle Veränderungen können eine Scheideninfektion begünstigen. Typischerweise geschieht das bei Frauen in den Wechseljahren oder bei Frauen in der Schwangerschaft.

Bakteriellen Scheideninfektion: Diagnose und Behandlung

Scheideninfektion

Es ist nicht immer möglich nur anhand der Symptome eine Scheideninfektion festzustellen. Die sicherste Diagnosemethode ist eine Probe des Scheidenausflusses (Abstrich) durch einen Gynäkologen. Um festzustellen, ob die Frau nun von einer Scheideninfektion betroffen ist, wird der pH-Wert der Vaginalsekrete gemessen. Gardnerella vaginalis ist die häufigste Ursache für bakterielle Vaginose. Dieses Bakterium kommt in der Scheide nur vereinzelt vor. Wenn jedoch das natürliche Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht gerät, kann sich Gardnerella schnell vermehren

Vaginose wird normalerweise mit Antibiotika behandelt, die den Erreger abtöten. Sie können als Tablette eingenommen, als Zäpfchen oder Creme in die Scheide eingeführt werden. Milchsäurebakterien in Zäpfchen sind eine weitere Behandlungsmethode, um das Gleichgewicht der Vaginalflora wieder in Ordnung zu bringen. Der Partner muss in diesem Fall nicht zusätzlich behandelt werden.

Folgen einer unbehandelten Scheideninfektion

Ist das Scheidenmilieu gestört, siedeln sich leichter andere Bakterien und unerwünschte Krankheitserreger an. Infolgedessen kann die Scheideninfektion eine Entzündung der Vagina und daher manchmal Infektionen der Gebärmutter und der Eileiter verursachen. Außerdem besteht ein erhöhtes Risiko, eine sexuell übertragbaren Krankheiten zu bekommen.

Prävention einer bakteriellen Vaginose

Um eine Scheideninfektion vorzubeugen, reicht es nicht nur sich richtig zu waschen. Auch die Ernährungsweise kann einen großen Einfluss auf das Scheidenmilieu haben.

Tipp 1 – Gesund ernähren

Gesunde Ernährung ist das A und O eines gesunden menschlichen Körpers. Um aber konkret eine Scheideninfektion vorzubeugen, gibt es einige Lebensmittel, die besonders gut helfen. Beispielsweise kann das regelmäßige Essen von probiotischen Lebensmitteln entgegenwirken. Diese probiotischen Lebensmittel enthalten spezielle, lebende Mikroorganismen (Probiotika), wie etwa Milchsäurebakterien oder Hefen. Probiotika sind unempfindlich gegenüber Verdauungsenzymen, wodurch die lebenden Bakterien so in den Darmbereich gelangen und den Körper unterstützen. Zu probiotischen Lebensmitteln gehört: Naturjoghurt, Sauerkraut, Kimchi oder auch saure Gurken.

Schon gewusst? Probiotische Lebensmittel kann man ganz einfach selber machen. Weiter geht´s zum Beitrag “Fermentation: Der Vitaminbooster für den Körper”.

Tipp 2 – Viel Wasser trinken

Wer es noch nicht tut, sollte unbedingt damit anfangen: Wasser reinigt den Körper von innen und mit ihm selbstverständlich auch den vaginalen Bereich. Erwachsene Frauen sollten täglich zwischen 30 und 40 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen. Als Faustregel gilt für gesunde Erwachsene: Ungefähr 1ml Wasser pro 1kcal am Tag. Bei 2.500kcal ergibt das 2,5 Liter bei Erwachsenen pro Tag.

Tipp 3 – Vitamine bei einer Scheideninfektion

Die optimale Versorgung mit Vitaminen und Zink erhöht die Widerstandskraft gegen vaginale Infektionen. Vitamin A senkt das Infektionsrisiko und bildet vermehrt Abwehrstoffe. Vitamin C und E stärken das Immunsystem und tragen zur Gesundheit der Zellen der Scheideninnenwand bei. Grapefruit-Extrakt gilt als ein natürliches Antibiotikum, was vor allem an Naringin und diversen Mineralstoffen (Kalium, Magnesium, Kalzium) liegt.

FAQ zur bakteriellen Scheideninfektion

Wie lange dauert eine Scheideninfektion?

Die Beschwerden bei einer Scheideninfektion werden normalerweise mit Antibiotika behandelt – als Creme, Vaginalzäpfchen oder -tabletten sowie als Tabletten zum Einnehmen. Je nach Wirkstoff, Anwendungsform, Dosierung und Stärke der Beschwerden kann die Behandlung 1 bis 14 Tage dauern.

Was kann ich gegen eine Scheideninfektion machen?

Bei bemerkbaren Änderungen des Scheidenausflusses ist ein Facharzt der beste Berater. Eine telefonische Beratung oder eine Untersuchung stellt konkret fest, welche Bakterienkolonien Überhand genommen haben und was das beste Mittel dagegen ist.

Welche Hausmittel helfen gegen eine Scheideninfektion?

Um eine Scheideninfektion zu behandeln, verwenden manche Frauen Hausmittel – zum Beispiel essen sie Knoblauch, Sauerkraut oder Naturjoghurt. Allerdings ist die Wirksamkeit von Naturheilmitteln bei bakterieller Vaginose nicht wissenschaftlich belegt. In diesem Sinne sollte bei einem Verdachtsfall immer zuerst ein Facharzt kontaktiert werden.

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